Von: Mike Pfaff An: Tages-Anzeiger Betreff: Leserbrief zu http://www.tages-anzeiger.ch/archiv/97september/970905/113211.HTM Datum: Sonntag, 7. September 1997 20:53 Sehr geehrte Damen und Herren Ich bin 14 Jahre alt, und bin bereits nach der Primarschule aufgrund von Hochbegabung in eine Privatschule eingetreten, zuerst wieder mit gleichaltrigen Mitschülern. Nach kurzer Zeit wurde ich aufgrund der gleichen Probleme wie an der Staatsschule in die Erwachsenenabteilung derselben Privatschule eingeteilt. Ich habe vor knapp einer Woche die erste Teilprüfung der eidgenössischen Matur erfolgreich absolviert. Ich werde voraussichtlich in einem Jahr im Besitz der eidgenössischen Matur sein und nachher an der ETH Informatik studieren gehen. Zu dem Artikel von Herrn Sutter meine ich, dass die Idee, Leslie als "Hilfslehrerin" in die 6. Klasse zu schicken nicht sehr gut ist, denn ich für meinen Teil wurde von gleichaltrigen Mitschülern immer geärgert und als "Streber" abgestempelt. An meiner jetztigen Schule, die ich gemeinsam mit etwa 20 Erwachsenen besuche werde ich voll und ganz akzeptiert und fühle mich in keiner Weise als Aussenseiter. Ich besuche lieber eine Schule, in der ich mich wohlfühle, in der ich aber keine gleichaltrigen Freunde habe, als eine, in der ich zwar mit gleichaltrigen zusammen bin, aber doch keine Freunde finde, da ich ein Aussenseiter bin. Auch denke ich, dass es keine Rolle spielt, ob jemand, der mit 15 die Uni besuchte ein Wissenschaftler von Weltrang wird, oder nicht, denn entscheidend ist, ob jemandem sein Leben (Ausbildung, Arbeit, etc.) gefällt oder nicht. Mit freundlichen Grüssen Mike Pfaff