Bildungspolitische Forderungen

Die insgesamt unbefriedigende schulische Situation hochbegabter Kinder soll verbessert werden. Der EHK sieht dabei folgende Handlungsfelder:

A. Unterricht

  • Massnahmen zur inneren und äusseren Differenzierung bei Unterforderung
  • Individualisierungsmassnahmen im Rahmen des pädagogischen Freiraumes
  • Anspruchsvolle Aufgaben im Rahmen von Projektarbeiten
  • Anreicherung des Unterrichts mit nichtcurricularen Themen (Enrichment)
  • Akzelerationsmassnahmen, wie die Möglichkeit zur Teilnahme am Unterricht in höheren Klassen, bei nachweisbarem Spezialwissen, das die altersüblichen Normen übersteigt
  • Gewährung von interessenabhängiger Eigentätigkeit (selbstbestimmtes Lernen)

B. Rahmenbedingungen in den Schulen

  • Schaffung von Arbeits- und Interessengemeinschaften, die intellektuell besonders befähigten Kindern in ihren Interessensgebieten entgegenkommen (Als Ergänzung des vorhandenen Angebotes an musischen, sportlichen und kreativ-technischen Aktivitäten)
  • Nutzung von Förderstunden auch für Hochbegabtenförderung
  • Zusätzliche LehrerInnenstunden zur individuellen Förderung durch besonders ausgebildete Lehrkräfte

C. Aus- und Fortbildung

  • Aufnahme der Hochbegabtenpädagogik in die Ausbildungspläne der LehrerInnenausblidung sowie ein systematisches Fortbildungsangebot für LehrerInnen aller Schularten
  • Aufnahme der Hochbegabtenthematik (Identifikation und Beratung) in die Ausbildungspläne von SchulpsychologInnen, InspektorInnen, KinderärztInnen, DiplompsychologInnen und ErziehungsberaterInnen

D. Schulgesetzgebung

  • Verankerung der Hochbegabtenpädagogik als sonderpädagogische Fachrichtung
  • Schaffung von Möglichkeiten für die Einrichtung von Spezialklassen in Primar- und weiterführenden Schulen oder von Schulzügen für Hochbegabte
  • Flexibilisierung des Einschulalters und Lockerung der Bestimmungen zum Klassenüberspringen
  • Verankerung der Mitspracherechte von Eltern beim frühen Einschulen und beim Überspringen von Jahrgangsstufen
  • Schaffung der Möglichkeit eines früheren Schulabschlusses

E. Forschung und Lehre

  • Forschung und Lehre zu Hochbegabungsfragen in der psychologischen Diagnostik, der differenziellen und der pädagogischen Psychologie sowie der Früh- und Förderpädagogik (Sonderpädagogik)
  • Weiterentwicklung zuverlässiger Instrumentarien zur Hochbegabtenidentifizierung
  • Erarbeitung und Evaluation einer förderpädagogischen Konzeption und didaktischer Modelle zur angemessenen schulischen Betreuung Hochbegabter

 

Mit diesem Forderungskatalog wird der notwendige Handlungsbedarf zur Chancengleichheit auch für hochbegabte Kinder in der schulischen Wirklichkeit aufgezeigt. Ansätze zur Verwirklichung dieser bildungspolitischen Forderungen gibt es bereits. Es soll erreicht werden, dass hochbegabte Kinder unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Wohnort oder Wohnkanton, überall Bedingungen vorfinden, unter denen sie sich, ihren Begabungen entsprechend, optimal entfalten können.

Wir danken der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V, mit deren Zusammenarbeit die bildungspolitischen Forderungen formuliert wurden.

Folge der KinderUni® in Social Networks: